Nachbarschaftsmediation

Nachbarschaftsmediation
Ein Angebot des Evangelischen Bildungswerks Augsburg e.V. gefördert durch den Kulturfonds Bayern
Was ist Mediation?
Mediation ist eine strukturierte Methode der Vermittlung in Konflikten durch neutrale Dritte. Das Ziel der Mediation ist es, die Fähigkeit der Streitenden zu fördern, ihre Konflikte eigenverantwortlich zu regeln, einvernehmlich und zu beiderseitigem Vorteil. Indem Mediation Kooperation und Kommunikation stärkt, sowie ziel- und zukunftsorientiertes Handeln fördert, sparen die Streitbeteiligten Zeit, ggf. Geld und Nerven. Mediation ist eine fachübergreifende Methode. Sie ist überall einsetzbar, wo es gilt, widerstreitende Positionen zum Ausgleich zu führen – in beruflichen, privaten, gesellschaftlichen oder politischen Zusammenhängen.

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Das Evangelische Bildungswerk Augsburg e.V. (EBW) hat im November 2010 das neue Projekt „Konflikte lösen lernen – Ausbildung in Konflikbearbeitung für Nachbarschaftsstreitigkeiten in Augsburg“ gestartet. Bürger und Bürgerinnen leisten dabei einen ehrenamtlichen Beitrag zur Streitbeilegung im Bereich Nachbarschaft, Vereine, Landsmannschaften, Moscheevereine etc. durch das Verfahren der Mediation.

Alle Informationen dazu finden Sie in diesem Flyer

Immer wiederkehrende Schlagzeilen über Streit und eskalierende Konflikte im familiären, nachbarschaftlichen und semi-öffentlichen Bereich haben das Bewusstsein dafür geschärft, dass der innergesellschaftliche Frieden nicht selbstverständlich, sondern fragil und gerade in Zeiten gesellschaftlicher Veränderungen gefährdet ist. Besonders eskalierte Konflikte verunsichern die Betroffenen. Nachbarschaftsmediation ist ein Beitrag zur Regelung bzw. Wiederherstellung des friedlichen Zusammenlebens. Das schafft Sicherheit und Zufriedenheit im Wohnumfeld.
Kernstück der Maßnahme: Qualifizierung
Das Evangelische Bildungswerk Augsburg e.V. (EBW) trägt zur Verbesserung der Situation bei, indem es Bürger und Bürgerinnen durch eine Fortbildung (80 Stunden) befähigt hat, Konflikte zwischen BewohnerInnen und NachbarInnen, Angehörigen verschiedener ethnischer Gruppen zu bearbeiten. ( z.B. Nachbarschaftskonflikte durch Lärmbelästigung im Haus oder im Freigelände, abendlicher Treffpunkt von Jugendlichen, strittige oder mangelnde Regelung für die Nutzung von Spiel- und Sportanlagen, Richtungsstreitigkeiten in Vereinen und andere Fälle von eskalierenden Konflikten.) Diese BürgerInnen mediieren ehrenamtlich im Sinne eines bürgerschaftlichen Engagements.
Implementierung als Voraussetzung
Die Maßnahme bzw. das Projekt muss vor Ort verankert sein. Das heißt, das Projekt arbeitet in kooperativer Beziehung zu den vorhandenen Einrichtungen und Initiativen. Eine so genannte Mediationsstelle für die Fall-Annahme (hier kommen die Anfragen für Konfliktregelung an und werden an die ehrenamtlichen MediatorInnen weitergeleitet) bietet BürgerInnen direkten Zugang zu dem „Mediationsdienst“.
Ein wichtiger Bestandteil eines funktionierenden Mediationsangebots ist ein Verweis-System.
Im Stadtgebiet sollen einschlägige Arbeitsstellen, Akteure, Initiativen und Einrichtungen, da wo sie Konflikte im Umfeld „aufspüren“ auf das Angebot hinweisen (Verweis-System).
Nutzen für die Stadt
Die Maßnahmen (Qualifizierung von Ehrenamtlichen und Einrichtung eines Mediationsdienstes) dienen dem Ziel verstärkter BürgerInnenbeteiligung und BürgerInnenaktivierung durch Peer-Mediation (BürgerInnen für BürgerInnen als zivile Kräfte). Eigene Ressourcen im Stadtgebiet werden organisiert und aktiviert, um Konflikte konstruktiv zu bearbeiten.
Darüber hinaus werden durch dieses Konfliktmanagement den streitenden Parteien Hilfen angeboten, die das Zusammenleben und den Zusammenhalt im Stadtteil verbessern, ein Klima gegenseitiger Akzeptanz und Anerkennung geschaffen und der zunehmenden Abkoppelung der Bewohnerinnen und Bewohner von gesellschaftlichen Institutionen wie Familie, Nachbarschaft und Verein entgegengewirkt. So wird nachhaltige Stadtteilentwicklung unterstützt.
Finanzierung
Durch Mittel des Bayerischen Kulturfonds und weiterer Förderer wie der Arbeitsgemeinschaft Evangelischer Erwachsenenbildung in Bayern (AEEB) und das Ökumenereferat der Evang.-Luth. Landeskirche in Bayern werden Implementierung, Qualifikation und Begleitung der Qualifizierten finanziert.
Das Projekt garantiert die Steuerung und Begleitung des Projektes über einige Jahre hinweg. Das EBW ist in regem Erfahrungsaustausch mit anderen Träger ähnlicher Maßnahmen in Berlin, Frankfurt, Hannover und Potsdam.