Fünfzig Jahre 68er
Der Aufstand gegen die Nazigeneration
Die Studentenbewegung 1965 bis 1968
Vortrag, Filmvorführung, Diskussion und Austausch
Mittwoch, 11.4. 19 Uhr
In Kooperation mit:
Volkshochschule Augsburg (vhs),
Gegen Vergessen – Für Demokratie e.V.,
Augsburger Friedensinitiative (AFI),
Friedensbüro im Kulturamt der Stadt Augsburg,
Liliom Filmtheater

Hannes Heer, geb. 1941, 1968 Staatsexamen in Geschichte und Literatur an der Universität Bonn, Aktivität im SDS (Sozialistischer Deutscher Studentenbund), Historiker, Regisseur, Leiter der Ausstellungsprojekte „Vernichtungskrieg. Verbrechen der Wehrmacht 1941 bis 1944“ und „Verstummte Stimmen. Die Vertreibung der „Juden“ aus der Oper 1933 bis 1945″, Träger der Carl-von-Ossietzky-Medaille

Zwei Jahrzehnte nach dem Ende des Dritten Reiches stellten die im Krieg oder kurz danach Geborenen die Vertrauensfrage: Sie protestierten gegen die Lüge der eigenen Eltern, mit der sie aufgewachsen waren, und gegen die nach dem Krieg von Regierung und Gesellschaft betriebene Auslöschung der deutschen Schuld durch den Freispruch und die Integration der Nazi-Eliten in den neuen Staat. Die Unterstützung des Schah-Regimes wie des Völkermords der USA in Vietnam, die Erschießung von Benno Ohnesorg 1967 durch die Westberliner Polizei und der durch die Hetze der Springer-Presse vorbereitete Mordanschlag auf Rudi Dutschke führten dazu, dass Hunderttausende junger Menschen sich von diesem inhumanen und undemokratischen Staat nicht mehr vertreten sahen. Ihr Aufstand brachte nicht die Revolution, aber sorgte dafür, dass die Bundesrepublik sich ein zweites Mal gründete und zu einer wirklichen Demokratie wurde. Jürgen Habermas würdigte diesen Prozess so: „Diese Revolte war für die politische Kultur der Bundesrepublik ein Einschnitt, [der] in den heilsamen Folgen nur übertroffen [wurde] von der Befreiung vom NS-Regime durch die Alliierten 1945.“

Kosten: 6,- Euro

Liliom Filmtheater
Unterer Graben 1
86152 Augsburg