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Von der „Schwermut“
Zur Ideengeschichte der Melancholie
Vortrag und Austausch
Donnerstag, 27.9. 19:30 Uhr
In Kooperation mit dem Gesprächskreis Evang. St. Ulrich

Dr. Friedhelm Katzenmeier, Psychiater, Augsburg

„Die Schwermut ist eine zu ernste Sache, als dass man sie allein den Psychiatern überlassen sollte.“ (Romano Guardini [1885-1968])

Seit der griechischen Antike gibt es den Begriff „Melancholie“, abgeleitet aus der Lehre von den Körpersäften. Diese bestimmten nach damaliger Auffassung die vier Temperamente des Menschen und damit seine Wesensart. In Literatur, bildender Kunst und Theologie hat die Melancholie lange Zeit eine bedeutende Rolle gespielt. Mit dem ausgehenden 19. Jahrhundert wurde der Begriff durch die medizinisch-klinische Diagnose „Depression“ ersetzt. Dieser Wechsel betrifft nicht nur die Nomenklatur, sondern bedeutet eine grundlegende Veränderung im Blick des Menschen auf sich selbst und vor allem auf einen psychisch Kranken. Dieser gilt nun nicht mehr als „homo patiens“, ein leidender Mitmensch, sondern als einer mit einer krankheitswertigen Störung behafteter.

Kosten: Eintritt frei

Annahof, Hollbau, Ausstellungsraum
Im Annahof 4
86150 Augsburg