Annahof historisch

Im Annahof trafen sich im 16. Jahrhundert Reformation und Bildungswille: 1531 wurde in den Räumen des aufgelösten Karmeliterklosters St. Anna die erste städtische Lateinschule gegründet. Der Unterricht diente Glauben und Leben gleichermaßen. Er sollte sowohl die neue, evangelische Lehre festigen als auch die Schüler zu öffentlichen Ämtern in Stadt und Kirche befähigen.
 

Der Annahof wurde schnell zu einem kulturellen Mittelpunkt Augsburgs. Hier entstand die Bibliothek, aus der später die Augsburger Staats- und Stadtbibliothek hervorging. 1562 errichtete B. Zwitzel im ehemaligen Klostergarten das erste freistehende Bibliotheksgebäude in der deutschen Neuzeit. Heute erinnert die mit großen Buchstaben aus Glas eingelegte Inschrift „Bibliotheca Publica“ auf der Annahof-Bühne an diesen Bau.

Der Ausgang des Aufzugs markiert die Stelle, an der einmal ein Turm die Bibliothek abschloss und den Schülern als Sternwarte diente. 

Als die inzwischen rein evangelisch gewordene Lateinschule neue Klassenzimmer benötigte, veränderte sich das Gesicht des Annahofs erneut. 1613 schuf Augsburgs berühmtester Baumeister Elias Holl das neue Schulhaus an der Nordseite des Platzes: den "Hollbau" in seiner klassischen Schulhaus-Architektur. Bis 1967 hatte hier das Gymnasium bei St. Anna seinen Sitz.

Auf historischen Fundamenten des alten Karmeliterklosters wurde 1967 das Augustanahaus erbaut. Zwischen ihm, dem Hollbau und der an die Bibliothek erinnernden Bühne ergibt sich als Grundriss des Platzes genau das unregelmäßige Viereck, das der Form des Logos des Evangelischen Forums Annahof zugrunde liegt.
 
Das Evangelische Forum Annahof ist das Bildungs- und Begegnungszentrum der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Augsburg. Was wir sein wollen: ein Forum, also ein für alle offener Platz, auf dem ein protestantischer Geist weht.